WAS IST THERAPEUTISCHES REITEN?
Die therapeutische Zusammenarbeit von Mensch und Tier wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgreich angewandt, um Lungenleiden zu behandeln. Heute ist das Anwendungsfeld weit größer und umfasst die Therapiearbeit bei körperlichen, seelischen und sozialen Einschränkungen. Durch die Einheit von Mensch und Tier werden emotionale Nähe und Wärme erlebbar, Kommunikation und Interaktion gefördert und Körperorientierung sowie Sinneswahrnehmung verbessert.
FRÜHKINDLICHE ERFAHRUNG
Das rhythmisch wiegende Erlebnis auf dem Pferderücken erinnert viele Menschen an frühe Kindheitserlebnisse, eröffnet neue Wege der Selbstwahrnehmung sowie der Sensomotorik und setzt neue Energien frei. Zudem entwickelt sich so ein positives Selbst(wert)gefühl, das hilft, neuen Mut zu schöpfen, um mit der Welt zu interagieren.
PFERDE MIT HERZ
Ein wichtiger Aspekt des therapeutischen Reitens ist der Charakter des ausgewählten Pferdes, denn seine Eigenschaften wirken sich unmittelbar auf den Menschen aus. So spüren Pferde selbst kleinste Nuancen des menschlichen Verhaltens und reagieren beispielsweise auf angespannte oder entspannte Körperhaltung. Das nutzen wir in der therapeutischen Praxis und fördern die so entstehende Interaktion zwischen Ross und Reiter.
IM EINKLANG
Die Arbeit von Mensch und Tier erfordert eine enge Bindung, die wir Schritt für Schritt erarbeiten. Durch diese zuverlässige Verbindung erlebt der Mensch eine Geborgenheit, die er vielleicht aus anderen Lebensbereichen nicht (mehr) kennt. Gleichzeitig animiert diese Beziehung zur verbalen und nonverbalen Kommunikation und zu einem respektvollen Umgang miteinander.
SOZIALE INTERAKTION
Als Herdentier ist das Pferd von Natur aus Teil einer Gruppe und lebt somit soziales Verhalten und Interaktion vor. Dieses Verhalten spiegelt sich auch in der Interaktion mit dem Menschen wider, der auf einen offenen, authentischen Gegenüber trifft, der jederzeit Stimmungen und Emotionen wahrnimmt und so bei der Selbstreflexion unterstützt.

